Wie läuft der Scheidungstermin ab?

Scheidungstermin - Ablauf

Der Scheidungstermin bildet regelmäßig den Abschluss einer Scheidung.
Man wartet oft lange darauf.
Wenn es dann soweit ist, kommen regelmäßig viele Fragen auf.

Ich möchte im Folgenden versuchen, diese zu beantworten.

Was muss ich zum Scheidungstermin mitbringen?

Folgende Dokumente sollten Sie zum Termin beim Familiengericht dabei haben:

  1. Personlausweis oder Reisepass
  2. Heiratsurkunde im Original
  3. Geburtsurkunden der Kinder im Original*
  4. Ehevertrag im original
    (*falls vorhanden)
Wer nimmt am Scheidungstermin teil?

An der Scheidungsverhandlung sind folgende Personen beteiligt:

  1. eine Richterin oder ein Richter
  2. die beiden Eheleute
  3. die Rechtsanwälte
  4. manchmal ein Protokollant
Ist der termin beim Familiengericht öffentlich, gibt es Zuschauer?

Der Scheidungstermin gliedert sich in die Anhörung der Eheleute und die Verkündung des Scheidungsbeschlusses. Die Anhörung ist nicht öffentlich. Die Verkündung der Scheidung dagegen ist öffentlich. Allerdings kommt es so gut wie nie vor, dass zur Verkündung dann auf einmal Publikum erscheint. Man kann also praktisch sagen, dass der Termin insgesamt ohne Öffentlichkeit stattfindet.

Wie läuft der Scheidungstermin ab?
1. Vorbereitung

Zunächst treten alle Beteiligten in den Sitzungssaal ein.
Dabei sitzen sich die Eheleute mit deren Anwälten gegenüber.
Mittig „thront“ der Richter.
Zu Beginn der Anhörung müssen die Eheleute die Personalausweise und das Original der Heiratsurkunde vorlegen. Das Gericht prüft so die Identität und das Übereinstimmen der eingereichten Kopie der Heiratsurkunde.

2. Anhörung der Eheleute

Danach befragt des Gericht zunächst die Antragstellerseite, wann die Trennung erfolgt ist. Es folgt die Frage nach einer eventuellen zwischenzeitlichen Versöhnung. Letztlich wird gefragt, ob man tatsächlich geschieden werden möchte. Dieselben Fragen werden im Anschluss an den anderen Ehepartner gerichtet. Diese Fragen sind durch die Eheleute persönlich zu beantworten.

3. Scheidungsantrag

Nach der Anhörung stellen die Rechtsanwälte oder der Rechtsanwalt den Scheidungsantrag. Die Antragstellung erfolgt mündlich zu Protokoll des Gerichts. Der Scheidungsantrag gleicht dem bereits eingereichten schriftlichen Antrag aufs Wort.

4. Versorgungsausgleich

In der Regel ist nun über den Versorgungsausgleich zu sprechen. Dabei wird das Gericht den Beteiligten den bereits vorliegenden Berechnungsentwurf erläutern. Nun ist auch Zeit, Fragen zum Versorgungsausgleich zu stellen. Ist der Versorgungsausgleich z.B. durch einen Notarvertrag ausgeschlossen, prüft das Gericht diesen Ausschluss. Es entscheidet dann, ob der Versorgungsausgleich stattfindet oder nicht.

5. Verkündung vom Scheidungsbeschluss

Am Ende der Sitzung wird der Scheidungsbeschluss verkündet. Der Scheidungsbeschluss entspricht dem früheren Scheidungsurteil. Dazu müssen sich, bei den meisten Gerichten zumindest, alle Anwesenden von ihren Plätzen erheben. Das Gericht verkündet, dass die Ehe geschieden ist und wie der Versorgungsausgleich erfolgt. Damit ist der eigentliche Scheidungstermin beendet.

 6. Rechtsmittelverzicht

Der Scheidungsbeschluss ist nun zwar verkündet aber noch nicht rechtskräftig. Das deutsche Scheidungsrecht sieht ein Frist von einem Monat vor. Innerhalb dieser Frist kann jeder Ehepartner gegen den Scheidungsbeschluss Beschwerde einlegen. Das macht bei einer einvernehmlichen Scheidung zwar keinen Sinn, ist aber Gesetz. Man kann auf dieses Rechtsmittel nur verzichten, wenn beide einen Rechtsanwalt im Scheidungstermin dabei haben. Falls nicht, wird der Scheidungsbeschluss einen Monat nach Zustellung rechtskräftig.

Das Scheidungsverfahren ist dann endgültig abgeschlossen und beendet.
Den Scheidungsbeschluss sollten Sie gut aufheben, denn dieses Original erhalten Sie nur einmal.

 

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